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Ausbaustufen beim Hausbau: Was kann ich selber machen?

Viele Fertighäuser aber mittlerweile auch Massivhäuser gibt es in verschiedenen Ausbaustufen. Die Fertighausanbieter bieten in der Regel drei bis vier Ausbaustufen an, manche differenzieren noch weiter, während Massivhäuser meist nur in zwei Stufen angeboten werden.

Der tatsächliche Umfang der Ausbaustufen variiert von Anbieter zu Anbieter, doch grob lassen sich drei Stufen zusammenfassen. Vergleicht man die Anbieter miteinander, stellt man fest, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Ausbaustufen fließend sind, weshalb wir uns hier auf drei Ausbaustufen festgelegt haben.

Die drei gängigsten Ausbaustufen

  1. Das Bausatzhaus ist die Ausbaustufe mit den geringsten Kosten und höchstem Eigenanteil. Als Bauherr bekommt man den Bausatz des Hauses aufs Grundstück geliefert und ist für den gesamten Aufbau selbst verantwortlich.
  2. Unter der Ausbaustufe Ausbauhaus wird gemeinhin ein witterungsbeständiges Haus verstanden, dessen Innenausbau vom Bauherrn selbst übernommen wird. Sei es durch eigene Arbeit oder durch Beauftragung selbst gewählter Fremdfirmen.
  3. Schlüsselfertig kann je nach Vertrag mit bezugsfertig gleichgesetzt oder als fertig errichtetes Haus mit wenigen fehlenden Ausstattungselementen verstanden werden. Beispielsweise fehlende Teppichböden, Tapeten oder unvollständige Küche.

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Bei der Ausbaustufe Bausatzhaus ist nicht die Frage: Was kann ich selber machen? Sondern eher: Kann ich's selber machen? Im Leistungsumfang eines Bausatzhauses sind lediglich die Baumaterialien und die Lieferung zur Baustelle inbegriffe. Der komplette Aufbau des Hauses liegt dann in Ihren Händen. Sowohl der Rohbau wird von Grund auf in Eigenregie durchgeführt, als dann auch der gesamte Innenausbau.

Aus diesem Grund sollten sich nur mit dem Handwerk vertraute Bauherren an diese Ausbaustufe wagen. Oder aber Sie verfügen über Fachmänner im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis, die Ihnen beim Aufbau des Eigenheims tatkräftig zur Seite stehen.

Welche Möglichkeiten es für Bausatzhäuser gibt und was es zu beachten gilt, erfahren Sie hier.

Ausbaustufe Ausbauhaus: Mehr als Rohbau plus Fenster

Eine Option, das Traumhaus zu bauen, auch wenn das Budget zunächst nicht auszureichen scheint, ist, das Fertig- oder Massivhaus als Ausbauhaus zu bestellen. Ohne jegliches handwerkliches Geschick und Knowhow sollte man aber nicht an das Projekt herangehen.

Das Haus wurde vorgefertigt und montiert. Die Fenster sind bereits vorhanden und auch die Tür ist bereits eingebaut. Dies ist im Prinzip das typische Ausbauhaus. Selbst Rollläden können schon verbaut sein. Von außen wirkt es so gut wie fertig.

Das Haus ist also etwas weiter vorgefertigt als ein unverputzter Rohbau und das Wetter kann dem Haus im Allgemeinen auch nicht mehr viel anhaben. Bei manchen Herstellern ist die Dämmung schon mit inbegriffen, bei anderen fehlt diese. In diesen Fällen sind die Wände von Innen nicht beplankt. Das hat einen guten Grund. Denn neben der Dämmung sind auch keine Elektro-, Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen verlegt. Das bedeutet auch, dass die Heizung oder Belüftung fehlt. Mitunter wurden aber schon Leerrohre eingebaut, durch die sich die Leitungen führen lassen. Eine gewisse Eile ist beim Ausbau also geboten, wenn man nicht möchte, dass im Winter Feuchtigkeit in die Wände zieht.

Folgende Kriterien sollten im Idealfall bei dem Ausbauhaus erfüllt sein:

  • Außenwände und tragende Wände sind mit Dämmung nach EnEV versehen
  • Leerrohre für die Elektroinstallation sind verlegt
  • Löcher für Schalterdosen sind gefräst
  • Rohre für Warmwasserheizung, Frisch- und Abwasser sind gezogen
  • Haustür und Fenster (ggf. mit Rolladen oder Klappläden) sind eingebaut
  • Unterspannbahn ist eingebracht
  • Dach ist gedeckt
  • Treppe zum Dachgeschoss ist eingebaut

Was sollte vor der Wahl eines Ausbauhauses beachtet werden?
    Ein Ausbauhaus kostet Zeit

    Ein Faktor, den man schnell unterschätzt, ist die Zeit. In der Regel hat man bereits einen langen Arbeitstag hinter sich, wenn man sich den Arbeiten am Haus widmet. Da ist man naturgemäß nicht mehr so leistungsstark, wie wenn man die Arbeiten ausgeruht angeht. Auch ist man als Laie nie so schnell wie ein professioneller Handwerker. Allein schon, weil die Übung oder das spezielle Werkzeug fehlt.

    Es macht sich bemerkbar, wenn man nicht täglich handwerklich arbeitet. Jeder Arbeitsschritt muss im Zweifel recherchiert werden und geht letztlich weitaus langsamer von statten als bei Profihandwerkern. In der Summe zeigt sich, dass viele Arbeitsschritte nicht „mal eben“ zu erledigen sind und aus vielen kleinen Verzögerungen leicht mehrere Wochen werden können.

    Sich nicht selbst überschätzen

    Auch wenn man theoretisch weiß, wie Putz auf eine Wand aufzutragen ist, sieht das in der Praxis meist anders aus. Es gibt Gründe, weshalb die meisten Gewerke eine mehrjährige Ausbildung erfordern. Der größte Unterschied zwischen einem Anfänger und einem Meister ist, dass der Meister schon viel häufiger gescheitert ist. Damit man sich nicht ein Leben lang über eine unebene Wand oder eine schief eingebaute Dusche ärgert, sollte man also weit im Vorfeld so ehrlich zu sich sein und klar benennen, welche Aufgaben man sich zutraut.

Bei den Zwischenstufen unterscheiden sich die Anbieter deutlich

Anbieter von Ausbauhäusern bieten in der Regel eine oder mehrere Zwischenstufen an. Die Außenwände sind für gewöhnlich komplett, allerdings fehlen noch die Fußböden. Auf die vorhandenen Decken muss dann zunächst noch ein Estrich ausgegossen werden.

Zudem ist eine gewisse technische Ausstattung vorhanden. So gibt es Stromanschlüsse (die Steckdosen müssen unter Umständen selbst installiert werden) und die Anschlüsse für die sanitären Anlagen sind ebenfalls an Ort und Stelle. Allerdings müssen Waschbecken und Toiletten noch installiert werden. Auch die Innentüren und Innenfensterbänke müssen je nach Umfang der Ausbaustufe selbst eingebaut werden.

Sämtliche Tätigkeiten, die das Haus wohnlich werden lassen, vom Verlegen der Fußböden, über Fliesenlegen oder das Verputzen, Tapezieren und Streichen der Wände sind ebenfalls in Eigenleistung zu erbringen.

Manche Anbieter haben feste Ausbaustufen, andere bieten Module oder Ausbaupakete an

Diese Module können variabel „gebucht“ werden. So können beispielsweise Putz- und Spachtelarbeiten vom Anbieter erledigt werden oder Bodenbeläge und Innentüren bereits eingebaut sein.

Das kann sich lohnen, wenn man für bestimmte Aufgaben eh einen Handwerker beauftragt hätte. So muss man nicht gänzlich auf den Fertighausvorteil verzichten, „alles aus einer Hand“ zu erhalten. Auch werden die Baumaterialien mitunter vom Hausanbieter mitgeliefert, so dass man sich nur noch um den Einbau als solches kümmern muss. Das hat den Vorteil, dass die Materialien optimal aufeinander abgestimmt sind.

Schlüsselfertig - Das fertige Haus

Auch bei der schlüsselfertigen Ausbaustufe unterscheiden sich die Angebote der Anbieter. Bei dem einen Anbieter bedeutet „schlüsselfertig“ bzw. „bezugsfertig“ so viel wie „Sie müssen nur noch einziehen“. Eigenleistungen sind nicht zu erbringen. Das ist im Prinzip bei jedem Fertighaus- oder Massivhausanbieter möglich. Möchte man noch selbst die Teppichböden verlegen, Wände tapezieren oder streichen, verstehen auch das andere Anbieter unter „schlüsselfertig“, weil das Fehlen dieser leichten Tätigkeiten dem Status „schlüsselfertig“ noch am nächsten kommt. Es gibt aber auch Anbieter, bei denen diese gestalterischen Tätigkeiten eine eigene Ausbaustufe darstellen.

Tipp

Die Vergleichbarkeit der Angebote wird durch die unterschiedlichen Ausbaustufen und deren Umfang natürlich alles andere als erleichtert. Eine klare Definition der Begriffe und Ausbaustufen existiert nicht. Was ein Haushersteller unter welcher Ausbaustufe versteht und mit welchen Vergünstigungen man zu rechnen hat, muss man deswegen beim jeweiligen Anbieter erfragen. Lassen Sie anschließend das Leistungsverzeichnis genaustens von einem Experten prüfen. So können Sie sicher gehen, dass Sie das Haus am Ende in dem Zustand erhalten, in dem Sie es haben wollten und das dem Preis entspricht.

Welche Arbeiten beim Haus sollte ein Profi vornehmen?

Es gibt Arbeiten, die man als Laie kaum stemmen kann und auch nicht versuchen sollte. Gerade Arbeiten, die die Versorgung mit Gas, Wasser und Elektrizität betreffen, sollten in fachkundige Hände gegeben werden. Auch weil die Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallation von einem Meisterbetrieb "abgenommen" werden muss. Natürlich kann man gewisse Vorarbeiten leisten, aber wenn man bei diesen Arbeiten einen Fehler macht, sind die Schäden schnell schwerwiegend bis irreparabel - auch das Unfallrisiko kann erheblich sein.

Darüber hinaus sprechen Geschick und Werkzeuge für professionelle Hilfe im Aus- und Aufbau. Berufshandwerker üben ihr Fach in der Regel sicher und mithilfe spezieller Maschinen und Instrumente aus. Zwar kann man sich diese von Betrieben und Baumärkten leihen, doch wird die Zeitersparnis nie so groß ausfallen, wie mit Hilfe von Fachkräften. Zudem sollten man sein eigenes Geschick realistisch einschätzen.

Eigenleistungen beim Ausbauhaus

Wir haben führende Hersteller von Ausbauhäuser um ihre Meinung zum Thema "Eigenleistungen beim Ausbauhaus" befragt. Die Firmen bekamen hierfür einen Fragebogen zugeschickt, auf dem sie ankreuzten, welche Gewerke sie dem Heimwerker zutrauen und welche nicht. Um auf einen einheitlichen Nenner bei der Definition eines Ausbauhauses zu kommen (jeder Hersteller definiert den Begriff etwas anders), haben wir einige Vorgaben gemacht. Die Tabelle zeigt das Ergebnis.

EinsteigerGeübter HeimwerkerSpezialisierter Heimwerker
Trennwände aus Gipskartonplatten einbauenKellerwände außen isolieren und wärmedämmenWarmwasser-Fußbodenheizung anlegen
Wände und Decken tapezieren und streichenWände verspachteln und verputzenElektroinstallation (Stromkabel einziehen und verdrahten)
Estrich verlegenFenster und Türen einsetzenHeizkörper einbauen und anschließen
Bodenbelag aufbringen (Laminat, Teppich, PVC)Bodenplatte betonieren und schalenWasserrohre anschließen
Wände und Böden fliesenDachstuhl beplanken/verkleidenSanitärkeramik/Wanne einbauen
Aushub von Fundamentgräben (bei Streifenfundament) und LeitungsgräbenWärme-Trittschalldämmung aufbringenGrundleitungen legen
Baugrube aushebenSteckdosen einbauen und anschließenTreppe einbauen
Armaturen anbauenTerrasse bauen
Grafik mit Arbeitsstunden zum Innenausbau Ausbauhaus

Die Grafik zeigt, wie viele Stunden im Schnitt für die einzelnen Gewerke beim Innenausbau eingeplant werden sollten.

Wie viel günstiger ist ein Ausbauhaus?

Von ein und demselben Anbieter ist der Preis für ein Haus in der Ausbaustufe immer günstiger als die schlüsselfertige Variante. Dennoch lässt sich auf die Frage keine Pauschale nennen. Zum einen kommt es natürlich auf das Haus an, zum anderen darauf, wieviel man selbst macht – und nicht zuletzt, welche laufenden Kosten man hat. Bewohnt man bereits Eigentum oder wohnt man noch zur Miete? Wieviel Zeit ist neben dem Beruf für den Ausbau des zukünftigen Heimes übrig?

Ob sich ein Ausbauhaus lohnt, hängt primär von den ganz persönlichen Lebensumständen ab und davon, ob man auch eine mehrmonatige Doppelbelastung mit der Bedienung des Kredits, der laufenden Miete und dem Kauf des Baumaterials stemmen kann beziehungsweise, ob sich die Zusatzkosten dann auch noch lohnen.

Tipp

Man sollte sich ausrechnen, wie hoch die Belastungen sind, ob man sich nicht vielleicht nicht nur in finanzieller Hinsicht übernimmt. Alternativ kann man zunächst auch die wichtigsten Räume wie Badezimmer, Küche und Schlaf- und Kinderzimmer fertigstellen und schon in das Haus einziehen. Die übrigen Räume lassen sich dann schrittweise ausbauen. Es spart nicht nur Zeit, wenn man direkt vor Ort ist, die Motivation, die Bauarbeiten zügig zu beenden, ist sicherlich höher.

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