Eigenleistungen - wie Sie Ihre Baukosten drücken können

"Muskelhypothek", ein Schlagwort aus den 70er Jahren, ist immer noch eine effektive, wenngleich auch anstrengende Möglichkeit, die Baukosten zu verringern. Ausschlaggebend für sinnvolle Eigenleistungen sind: handwerkliches Geschick, ausreichend Zeit, Wahl der Baukonstruktion, Verfügbarkeit der Baumaschinen und Werkzeuge, Anzahl der Helfer. Nach Klärung dieser Rahmenbedingungen muss geprüft werden, wo das größte Einsparpotential liegt.

Übersicht zu den Gesamtkosten eines Hauses

Zunächst muss man wissen, wie sich die Gesamtkosten eines Wohnhauses zusammensetzen. Dies wird am Beispiel für ein freistehendes Einfamilienhaus, voll unterkellert und in Massivbauweise errichtet, dargestellt. Die Tabelle zeigt auf, welcher Anteil der Kosten beim Baumaterial und welcher bei den Lohnkosten liegt. Nun kann jeder Bauherr selbst ausrechnen, was er eventuell in Eigenarbeit erledigen und wieviel Geld er damit sparen kann.

Infografik - Durch Eigenleistungen sparen

Mögliche Eigenleistungen beim Rohbau

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Aus der dargestellten Tabelle geht klar hervor, dass bereits die Hälfte der Baukosten in den Gewerken für den Rohbau verschwindet (Erd-, Mauer-, Beton-, Zimmerarbeiten, Dachdecker, Klempner). Da hier der Lohnkostenanteil ebenfalls erheblich ist, werden sich Eigenleistungen stark bemerkbar machen. Aber Achtung: Viele der Arbeiten verlangen ein Fachwissen, spezielle Maschinen und Werkzeuge. Es wäre völlig unrealistisch, beispielsweise die Erdarbeiten in Handarbeit auszuführen und den Fundamentbeton in der Maschine selbst zu mischen. Konzentrieren Sie sich auf Arbeiten, die ohne größere technische Hilfsmittel auskommen und die nachfolgenden Gewerke bei Verzögerungen nicht behindern. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Graben von Rohrgräben
  • Verlegen von Abwasserleitungen einschließlich Einsanden
  • Mauern von nichttragenden Innenwänden
  • Mithilfe beim Abbund des Dachstuhls. Hier kann auch bei der richtigen Konstruktion auf den Einsatz von Holzschutzmitteln verzichtet werden. Das ist umweltfreundlich und spart Kosten.
  • Beihilfe beim Dachdecken und bei der Lattung

Mithelfen beim Innenausbau

Türen und Fenster

Selbst Türen zu fertigen wird niemand ernsthaft überlegen, der Einbau der Türen hingegen ist von einem durchschnittlich begabten Heimwerker machbar. Damit das reibungslos klappt, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Breite und Höhe der Türen müssen ein Normmaß haben. Als Türrahmen sind Umfassungszargen zu wählen. Der umweltbewusste Bauherr wird darauf achten, dass keine Schäume, sondern eine mechanische Befestigung in Verbindung mit Pflanzenfasern verwendet werden.

Elektroarbeiten

Beim Verlegen von Elektroleitungen fallen viele einfache Arbeiten an. Vereinbaren Sie mit dem Elektroinstallateur einen Sonderpreis dafür, dass Sie z.B. die Leitungsschlitze selbst fräsen.

Bodenbeläge

Verlegen der Bodenbeläge ist einer der letzten Arbeitsgänge im Bauablauf und muss exakt ausgeführt werden Sie können den Bodenbelag direkt nach dem handwerklichen Geschick oder der Vorliebe für ein bestimmtes Material aussuchen. Beim Verlegen eines Holzbodens aus Holzdielen beträgt die Einsparung der Lohnkosten etwa 35 Euro pro Quadratmeter. Nochmals fünf Euro kommen hinzu, wenn Sie den Boden selbst ölen und wachsen.

Fliesen verlegen

Fliesen verlegen ist längst kein technisches Geheimnis mehr. Man kann nicht nur beim Verlegen in Eigenleistung Geld sparen (ca. 25 Euro pro Quadratmeter), sondern auch damit, dass man Restposten verwendet. Hochwertiges Material ist oft für weniger als 10 Euro/Quadratmeter zu haben. Dies gilt natürlich auch für Natursteine wie Granit, Marmor etc.

Malerarbeiten

Malerarbeiten dürften die wohl häufigsten und beliebtesten Eigenleistungen sein. Aber auch hier will sparen gut vorbereitet sein. Nicht jede Billigfarbe ist für jeden Untergrund geeignet. Günstig sind Innenputze, die mit Silikatfarben gestrichen werden können. Tapeten können so ganz entfallen und Silikatfarben können beliebig oft überstrichen werden. Sehr viel einfacher malt es sich übrigens mit hochwertigen Farben, die oftmals schon nach einem Anstrich perfekt decken.

Grundstück und Haus mit anderen teilen

Wer ein Haus auf einem Gemeinschaftsgrundstück baut, spart bereits Geld und kann gleichzeitig noch bei den Eigenleistungen sparen. Mehrere Gruppen können parallel zueinander verschiedene Arbeiten durchführen. Neben der Zeitersparnis können auch bessere Konditionen bei großen Mengen ausgehandelt werden. Lassen Sie sich beim Baustoffhändler ein Baukonto einrichten, das mit der Summe der gekauften Materialien einen wachsenden Nachlass auf die Listenpreise festlegt. Auch über Lieferung "frei Haus" lässt sich dann verhandeln.

Fazit

Eigenarbeit bedeutet nur dann eine Kostenersparnis, wenn der Bauherr tatsächlich das handwerkliche Geschick und die Zeit hat, bestimmte Arbeiten selbst und zum richtigen Zeitpunkt zu erledigen. Wenn das nicht funktioniert, gerät der ganze Zeitplan in Gefahr, und das wird teuer. Auf dem Markt sind heute viele Baustoffe, die auf Eigenleistung zugeschnitten sind und bestimmte Konstruktionen eignen sich dafür besonders gut. Und wer behauptet nicht gerne, dass er sein Heim (zum Teil) selbst erschaffen hat?

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