Treppe im Wohnzimmer

Treppe berechnen - so geht´s

Von Celine Hausenstein Am 26. Mai 2021

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Treppen begleiten unser Leben. Es gibt steile und weniger steile Treppen, breite und schmale Treppen, hohe und flache Stufen, es gibt Wendeltreppen und Treppen mit und ohne Absatz... kurz - es gibt unendlich viele unterschiedliche Variationen und Gestaltungsmöglichkeiten. Und genau da liegt das Problem. Eine Treppe, die ihren Zweck erfüllen und gleichzeitig perfekt in das Gebäude passen soll, muss sorgfältig geplant und exakt berechnet werden. Aber wie geht das eigentlich, eine Treppe berechnen? Was muss bei der Treppenberechnung beachtet werden? Gibt es eine Treppenformel, die man heranziehen kann?

Begriffserklärungen

Was versteht man unter Steigung?

Die Steigung gibt an, wie steil die Treppe ist oder die geplante Treppe werden wird. Um die Steigung zu berechnen, ist die Geschosshöhe, die in Deutschland üblicherweise zwischen 2,60 und 2,90 Meter liegt, durch die Länge der Treppe zu teilen. Ist das Ergebnis größer als 1, kann man davon ausgehen, dass die Treppe zu steil wird. Ein Wert unter 0,45 bedeutet, dass die Treppe steiler werden kann, um Platz zu sparen, ohne dass es der Bequemlichkeit abträglich ist.

Beispiel:

  • Geschosshöhe 2,6 m, Treppenlänge 3 m ergibt 2,6 : 3 = 0,866 (angenehme Steigung)
  • Geschosshöhe 2,6 m, Treppenlänge 2,5 m ergibt 2,6 : 2,5= 1,04 (zu steil)

Häufig als Steigung bezeichnet wird jedoch auch die Steigungshöhe, die nichts mit dem Steigungswinkel zu tun hat, sondern die Höhe der Stufen angibt. Diese liegt üblicherweise zwischen 16 und 20 Zentimetern, als Richtwert wird 18 Zentimeter angegeben.

Was ist die Auftrittsbreite?

Der Begriff Auftrittsbreite bezeichnet die Fläche auf der Treppenstufe, die dem Fuß beim Auftreten auf der Stufe zur Verfügung hat, also die Tiefe der Stufe. Üblicherweise liegt dieser Wert bei 29 Zentimetern.

Was gibt die Laufbreite einer Treppe an?

Die Treppenlaufbreite bezeichnet die gesamte Breite einer Treppe, und zwar einschließlich der Geländer, welche einseitig oder beidseitig vorhanden sein können. Daher darf die Treppenlaufbreite nicht mit der nutzbaren Laufbreite einer Treppe verwechselt werden. Diese bezeichnet nämlich in der Tat nur die reine Breite der Treppe zwischen den Geländern beziehungsweise Wand und einseitigem Geländer.

Die wichtigsten Formeln

Die Maße bestimmen die Bequemlichkeit der Treppe und unterliegen bestimmten Regeln. Eine bequem zu bewältigende Treppe weist eine Stufenhöhe von 17 Zentimetern bei einer Auftrittsbreite von 29 Zentimetern und einer Laufbreite von etwa einem Meter auf. Um eine Treppe zu berechnen, gibt es einfache Treppenformeln.

Einige Beispiele:

  • Lauflänge = Auftrittsbreite x Anzahl der Stufen
  • Anzahl der Auftritte (Stufen) = Geschosshöhe durch Stufenhöhe (Steigungshöhe)
  • Steigungshöhe der Stufen = Geschosshöhe durch Anzahl der Auftritte (Stufen)
  • Auftrittsbreite = 63 cm minus (2 x Stufenhöhe)

Welche baulichen Normen gibt es, die beachtet werden müssen?

In der DIN 18065 sind die wichtigsten Regeln für Treppen im deutschen Wohnungsbau festgehalten. Hier werden Begriffe, Maßregeln und Hauptmaße detailliert genannt.

Darüber hinaus gibt es jedoch weitere Regeln, die der Bequemlichkeit und der Sicherheit dienen. Dabei sind alle Parameter zu betrachten. Ist die Treppe zu steil, ist Unfallgefahr ebenso gegeben wie in dem Fall der zu geringen Auftrittsbreite. Auch wenn die Stufenhöhe zu groß ist, besteht Unfallrisiko, außerdem wird das Treppensteigen beschwerlich. Die Treppenbreite sollte 90 Zentimeter nicht unterschreiten. Die gilt vor allem für Treppen im Wohnbereich. Für Raumspartreppen, die zu nicht bewohnten Dachböden führen, gelten diese Vorgaben nicht.

Ein Tipp am Rande: Beim Treppenbau entstehen oberhalb und unterhalb der Treppe Räume, die nicht genutzt werden. Unter der Treppe könnte der Stauraum für eine Abstellkammer genutzt werden, oberhalb der Treppe kann zum Beispiel eine Galerie entstehen - immer unter Beachtung der notwendigen Durchgangshöhe.

Welche allgemeinen Regeln sollten bei der Treppenplanung beachtet werden?

Beim Bau einer Treppe und bei der Treppenberechnung darf nicht nur die Treppe an sich betrachtet werden, sondern auch die Umgebung der Treppe. Besteht ein bequemer Zugang zur Treppe, ist am Ende der Treppe genügend Platz, um gut im nächsten Stockwerk anzukommen? Zu beachten ist auch die lichte Durchgangshöhe, die an jeder Stelle der Treppe mindestens 2 Meter betragen sollte. Die Höhe des Handlaufs beziehungsweise des Geländers sollte zwischen 90 und 110 Zentimetern aufweisen. Die Stufenhöhe bei Zugängen zum Dachboden oder zum Keller, wenn dieser nicht regelmäßig genutzt wird, darf etwas höher sein als bei Treppen im Wohnbereich, sollte aber auch hier 21 Zentimeter nicht überschreiten.

KfW Förderung beim Treppenbau

Das Thema Treppenbau ist nicht nur beim Neubau ein wichtiger Punkt. Auch bei Sanierungen oder Renovierungsarbeiten kommt die Erneuerung einer Treppe ins Spiel. Denn in die Jahre gekommene Treppen sind nicht nur unschön, sondern sie stellen mit durchgetretenen Stufen, abgenutzten Treppenkantenprofilen und wackeligem Geländer ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Es ist Zeit, eine solche Treppe zu erneuern, bevor ein Unfall geschieht. Gut zu wissen, dass das Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über Förderprogramme den Treppenbau beziehungsweise die Sanierung bezuschusst.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Treppenvermessung

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