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Heizen mit Pellets - Holzabfälle energieeffizient nutzen

Holz ist wohl der älteste Heizstoff der Menschheit und wurde lange vor Öl, Gas oder Kohle zur Wärmeerzeugung genutzt. Erst in der Moderne hat sich das geändert, dem Holz blieb beim Heizen eher ein Nischendasein - zum Beispiel als gemütlicher Blickfang bei offenen Kaminen. Die Pelletheizung könnte in Zeiten gewachsenen Umweltbewusstseins eine Renaissance einleiten. Denn Pellets sind umweltfreundlich. Es handelt sich um eine besondere Form der erneuerbaren Energie. Mehr dazu erfahren Sie hier.


Was ist eine Pelletheizung?

Eine Pelletheizung ist im Kern ein Heizkessel, in dem statt Öl oder Gas Holzpellets verbrannt werden. Die Pellets werden aus typischen Holzabfällen (Hackschnitzel, Sägespäne, Hobelspäne) hergestellt, die im Rahmen der Holzgewinnung und -bearbeitung anfallen. Es handelt sich um eine ökologisch effiziente Form der Abfallverwertung. Es wird ohnehin vorhandenes Holzmaterial genutzt. Es gibt unterschiedliche Heizungstypen:

Pellet-Zentralheizung:

bei Pellet-Zentralheizungen versorgt ein zentraler Pelletkessel das komplette Heizsystem eines Hauses mit Wärme. Typische Einsatzfelder sind Ein- oder Zweifamilienhäuser. Die Leistung reicht bis 30 Kw. Es sind aber auch größere Pellet-Zentralheizungen für Gebäude mit mehr Wohneinheiten denkbar;

Pelletofen:

der Pelletofen ist die "Stand alone"-Lösung beim Pellet-Heizen. In diesem Fall sorgen einzelne, direkt in den betreffenden Wohnräumen aufgestellte Öfen für Heizenergie. Pelletöfen können unabhängig von einem konventionellen Heizsystem betrieben werden. Ein einzelner Pelletofen liefert eine Maximalleistung von 6 bis 8 Kw;

Anbau-Pelletbrenner:

werden auf einen bereits vorhandenen Ölbrenner "draufgesetzt". Sie dienen zur Unterstützung der konventionellen Ölheizung, wodurch sich eine teure komplette Heizungsumstellung erübrigt. Die Effizienz leidet allerdings darunter;

Hackschnitzelheizung:

die Hackschnitzelheizung ist keine Pelletheizung im engeren Sinn. Statt Holzpellets werden Hackschnitzel als "Pellet-Vorprodukt" zum Heizen verwendet. Das Funktionsprinzip ist aber das Gleiche. Da Hackschnitzel nicht so "verdichtet" sind wie Pellets, wird mehr Lagerraum benötigt.

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Wie funktioniert das Heizen mit Pellets?

Die Funktionsweise unterscheidet sich im Prinzip wenig von konventionellen Heizungen. Der wesentliche Unterschied besteht im andersartigen Brennstoff - den Holzpellets. Die Pellets werden durch Zerkleinerung und Pressung des Holz-Rohmaterials in Stäbchen- oder Kugelform hergestellt. Bei den Hackschnitzeln einer Hackschnitzelheizung handelt es sich dagegen einfach nur um durch "Zerhacken" entstandene kleine Holzteilchen.

Heizpellets

Die Pellets fließen bei der Pelletheizung automatisch aus einem Pelletlager in die Brennkammer der Heizung, werden dort verbrannt und erzeugen Wärme. Damit wird dann - wie bei "normalen" Heizungen - Wasser im Rahmen des Heizkreislaufs erhitzt. Für die Verbrennung im Pelletkessel wird die bei Holzheizungen übliche Brenntechnik eingesetzt. Beim Pelletofen erfolgt die Pelletnachführung aus einem entsprechenden Tagesbehälter (Vorratstank). Hier wird oft kein Wasser erhitzt. Die Wärme wird vielmehr unmittelbar in den Raum abgegeben. Eine Ausnahme bilden wasserführende Pelletöfen, die mit dem Heizkreislauf verbunden sind. Sie geben nicht nur direkt Wärme ab, sondern unterstützen mit dem erhitzten Wasser auch die normale Heizung.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die Umstellung von einer konventionellen Heizung auf eine Pelletheizung ist vergleichsweise unkompliziert. Für das eigentliche Heizgerät ist nicht mehr Fläche erforderlich als sonst. Es reicht schon ein Quadratmeter. Allerdings wird ein Lagerraum für die Pellets benötigt, der entsprechend gut von außen zugänglich sein sollte und eine Verbindung mit der Heizung aufweisen muss. Pro Kw Nennwärmeleistung geht man vielfach von 0,9 Kubikmeter Lagerraum aus. Bestand vorher eine Ölheizung, kann in vielen Fällen der Raum für den Öltank als Lager dienen. Eine Pelletheizung erfordert einen Kamin oder Schornstein. Ein schon vorhandener Schornstein kann häufig entsprechend umgerüstet werden.

Bei Pelletöfen kommt es vor allem auf den richtigen Standort im Raum an. Auf jeden Fall erforderlich ist eine feuerfeste Bodenplatte. Es sollte auf genügend Abstand zu brennbaren Gegenständen im Raum geachtet werden. Eine Schornsteinverbindung muss ebenfalls vorhanden sein.

Wie wird die Pelletheizung gefördert?

Pelletheizungen werden sowohl mit Zuschüssen als auch mit zinsgünstigen Darlehen gefördert. Für die Zuschussförderung ist auf Bundesebene in erster Linie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zuständig, für Förderfinanzierungen die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Daneben gibt es auf Länder- und zum Teil auch auf kommunaler Ebene eigene Förderaktivitäten im Bereich erneuerbarer Energien, die auch für Pelletheizungen genutzt werden können. Ein Beispiel ist das Programm pogres.NRW in Nordrhein-Westfalen.

1. BAFA-Förderung:

Die Pellet-Förderung ist Kernbestandteil der Biomassenanlagen-Förderung des BAFA und sieht ein differenziertes Zuschuss-System vor. Auch eine Hackschnitzelheizung ist förderfähig. Nicht gefördert werden dagegen Anbau-Pelletbrenner. Für private Nutzer gibt es die:

  • Basis- und Zusatzförderung: für Biomasseanlagen von 5 Kw bis 100 Kw Nennwärmeleistung, die bei bestehenden Gebäuden eine ältere konventionelle Heizung ersetzen. Bei "normalen" Pelletkesseln ist ein Zuschuss von 80 Euro je Kw Nennwärmeleistung, mindestens jedoch 3.000 Euro vorgesehen. Für spezielle Kesseltypen gelten eigene Zuschüsse. Die Zusatzförderung sieht in bestimmten Konstellationen und für ergänzende Maßnahmen weitere Zuschüsse bzw. Bonuszahlungen vor.
  • Innovations- und Zusatzförderung: ist sowohl bei Gebäuden im Bestand als auch bei Neubauten einsetzbar. Gefördert wird die Ergänzung einer Pelletheizung mit einer Anlage zur Brennwertnutzung (Abgaswärmetauscher) oder mit einer Einrichtung zur Staubminderung. Auch bietet die Zusatzförderung weitere finanzielle Vorteile bei bestimmten Maßnahmen.

2. KfW-Förderung:

Die für Pelletheizungen einsetzbaren KfW-Programme finanzieren allgemein Maßnahmen für mehr Energieeffizienz bei Gebäuden. Der Schwerpunkt liegt in der energetischen Sanierung vorhandener Bausubstanz. In diesem Bereich werden folgende Programme angeboten:

  • Energieeffizient Sanieren - Kredit;
  • Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit;
  • Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss.

Interessant ist zum Beispiel das Programm Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit. Denn hier kann ein zinsgünstiger KfW-Kredit in Verbindung mit einem BAFA-Zuschuss für die Umstellung auf eine Pelletheizung genutzt werden. Bei Neubauvorhaben ist das Programm "Energieeffizient Bauen" einsetzbar. Es fördert die Verwirklichung bestimmter Energieeffizienz-Standards bei Häusern, ohne die Maßnahmen im Einzelnen vorzuschreiben. In diesem Rahmen lassen sich auch Pelletheizungen fördern. Das Programm sieht bis zu 100.000 Euro Kredit je Wohneinheit in einem Gebäude vor. In Abhängigkeit vom erreichten Energieeffizienz-Standard wird ein Tilgungszuschuss bis zu 15.000 Euro gewährt.

Was kostet die Anschaffung einer Pelletheizung?

Geld mit Lupe und Rechner

Es empfiehlt sich stets, bei der Pelletheizung Preise für die Anschaffung zu vergleichen, denn es gibt erhebliche Unterschiede am Markt. Die Kosten für den Pelletkessel bilden aber nur einen Teil der Investitionskosten. Hinzu kommen Ausgaben für Installation und den in der Regel erforderlichen Pufferspeicher. Alles in Allem ist inkl. Montage mit Größenordnungen zwischen 12.000 Euro und 15.000 Euro zu rechnen, was deutlich über den Anschaffungskosten einer konventionellen Heizung liegt. Durch die mögliche BAFA-Förderung kann die Anschaffung allerdings günstiger werden. Die Zuschüsse decken bis zu einem Viertel der Investitionskosten ab. Ggf. fallen noch zusätzliche Ausgaben für das Pelletlager an, wenn noch kein geeigneter Raum vorhanden ist bzw. dieser erst vorbereitet werden muss. Im Unterschied zur Pelletheizung sind Preise für Pelletöfen deutlich niedriger. Die Untergrenze liegt hier bei etwa 1.500 Euro, meist muss aber mit mehr kalkuliert werden. Typische Investment bewegen sich um die 3.000 Euro.

Welche Kosten entstehen im laufenden Betrieb?

Hauptkostenträger im laufenden Betrieb sind die Holzpellets. Hier kann die Pelletheizung im Vergleich zur Öl- oder Gasheizung punkten, denn die Pelletkosten liegen langjährig unter den Preisen für Heizöl oder Gas. Der Preisunterschied bewegt sich in einer Bandbreite von etwa 15 bis 30 Prozent, wobei natürlich immer die Preisschwankungen an den jeweiligen Brennstoffmärkten zu berücksichtigen sind. Auch die Pelletpreise schwanken. In der Regel sind sie im Sommer günstiger als im Winter. Es lohnt sich also, rechtzeitig im Jahr Vorräte zu bunkern. Neben den Pelletkosten fallen bei der Pelletheizung laufende Kosten für Instandhaltung und Wartung, den Schornsteinfeger, Stromkosten für den Kesselbetrieb und für die Finanzierung an. Diese Kosten summieren sich auf etwa 250 Euro bis 500 Euro im Jahr.

Pelletheizungen lohnen sich wirtschaftlich

Vom Wirkungsgrad her können Pelletheizungen bis zu 90 Prozent einer herkömmlichen Öl- oder Gasheizung erreichen. Sie kommen einer konventionellen Heizung also recht nahe. Den höheren Anschaffungs- und Investitionskosten für die Pelletheizung am Anfang stehen niedrigere laufende Betriebskosten durch die billigeren Pellets gegenüber. Eine Einsparung von rund 1.000 Euro im Jahr bei den Brennstoffkosten für ein Einfamilienhaus ist nicht unrealistisch. Bei einer üblichen Nutzungsdauer der Pelletheizung von 20 Jahren ist eine Amortisation der Mehrkosten für die Anschaffung also durchaus möglich. Sie kann bereits nach 10 bis 15 Jahren erreicht werden. Das Pellet-Heizen rechnet sich.

Last but not least - wie sieht die Umweltbilanz aus?

Der große Umweltvorteil des Heizens mit Pellets ist, dass es mit einem Abfallprodukt - basierend auf einem nachwachsenden Rohstoff - funktioniert. Es handelt sich daher um eine "echte" erneuerbare Energie. Pelletheizungen sind vom Ansatz her klimaneutral: beim Verbrennen der Holzpellets wird genauso viel CO2 freigesetzt wie beim Wachsen des Holzes gebunden wurde. Insofern sieht die Klimabilanz besser aus als bei fossilen Brennstoffen. Zwischen der CO2-Freisetzung und der erneuten Bindung liegt allerdings ein "Time-Lag", der mehrere Jahrzehnte dauern kann - so lange, wie das Holz zum Wachsen braucht. Holzpellets stoßen etwa 42 g/kWh aus, bei Heizöl wird mit ca. 303 g/kWh gerechnet.

Nicht ganz so gut schneiden Pelletheizungen bei anderen Schadstoffemissionen ab. Bei Schwefeldioxid und ozonbelastenden Schadstoffen liegen sie eher im Mittelfeld, auf jeden Fall schlagen sie fossile Brennstoffe nicht. Ein Manko ist die Feinstaub-Belastung. Sie ist bei Pelletheizungen im Vergleich deutlich höher. Moderne Pelletheizungen halten allerdings die erlaubten Grenzwerte problemlos ein, bei älteren Geräten können Nachrüstungen über Feinstaubfilter Abhilfe schaffen.


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