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Die Gebäudeklassen und Baugrundkriterien in Österreich

Die Gebäudeklassen sind in Österreich wie in Deutschland in Bauordnungen für alle Bundesländer einheitlich geregelt. Die Begriffsbestimmungen der OIB-Richtlinien des österreichischen Institutes für Bautechnik wurden von den Ländern übernommen und gelten natürlich auch für Fertighäuser, Holzhäuser, Wohnblockhäuser oder Bausatzhäuser (Selbstbauhäuser). Diese Richtlinien sind im Zusammenhang mit dem Brandschutz und den Vorschriften für den Bau von Stiegen wichtig.

Die Gebäudeklassen sind, anders als in Deutschland, sehr ausführlich erläutert.

Gebäudeklasse 1 (GK 1)

In die Gebäudeklasse 1 fallen freistehende, an mindestens drei Seiten auf eigenem Grund oder von Verkehrsflächen für die Brandbekämpfung von außen zugängliche Gebäude mit nicht mehr als drei oberirdischen Geschossen und mit einem Fluchtniveau von nicht mehr als 7 m, bestehend aus einer Wohnung oder einer Betriebseinheit von jeweils nicht mehr als 400 m² Brutto-Grundfläche der oberirdischen Geschosse.

Gebäudeklasse 2 (GK 2)

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Gebäude mit nicht mehr als drei oberirdischen Geschossen und mit einem Fluchtniveau von nicht mehr als 7 m, bestehend aus höchstens fünf Wohnungen bzw. Betriebseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 m² Brutto-Grundfläche der oberirdischen Geschosse; Reiheinhäuser mit nicht mehr als drei oberirdischen Geschossen und mit einem Fluchtniveau von nicht mehr als 7 m, bestehend aus Wohnungen bzw. Betriebseinheiten von jeweils nicht mehr als 400 m² Brutto-Grundfläche der oberirdischen Geschosse.

Gebäudeklassen 3 bis 5

Die Definitionen für die Gebäudeklassen 3 bis 5 können unter http://www.oib.or.at/ aufgerufen werden. Darüber hinaus unterscheidet das OIB in einzelnen Richtlinien wie der Wärmeschutzrichtlinie 6 weitere Gebäudekategorien, z.B. für folgende Nicht-Wohngebäude

  1. Bürogebäude
  2. Kindergärten und Pflichtschulen
  3. Höhere Schulen und Hochschulen
  4. Krankenhäuser
  5. Pflegeheime
  6. Pensionen
  7. Hotels
  8. Gaststätten
  9. Veranstaltungsstätten
  10. Sportstätten
  11. Verkaufsstätten und sonstige Gebäude

Nun wird man sich fragen, was ein Kindergarten oder eine Pension mit dem Bau von Fertighäusern oder Holzhäusern zu tun hat. Fast alle Hersteller von Fertighäusern und Holzhäusern bauen auch gewerbliche Objekte. Oft auch in Kombination mit einem Wohnhaus – links die Werkstatt eines Handwerkers, rechts als Zubau das Wohnhaus. Speziell Kindergärten in Fertigbauweise sind keine Seltenheit. Hotels und Pensionen als Holzhäuser erfreuen sich wegen des „warmen Charakters“ von Holz bei vielen Urlaubern großer Beliebtheit. Letztendlich sind auch Stockhäuser über drei Geschosse kein Problem für den modernen Fertigbau.

Kriterien für einen Baugrund in Österreich

Ein Grundstück zu finden, erweist sich oft genauso schwer, wie die Wahl eines passendes Hauses. Denn preiswerter Baugrund ist auch in Österreich knapp – es sei denn, man baut im Waldviertel unweit der tschechischen Grenze. Geht man davon aus, dass Sie einen Baugrund in Oberösterreich oder in der Steiermark gefunden haben, dann werden der Verkäufer oder der Makler drängen, schnell zuzugreifen, weil (angeblich) über zehn andere Bauwillige eine Kaufabsicht geäußert haben.

Lassen Sie sich nicht verrückt machen. Während für Fertighäuser Mindestanforderungen gesetzlich geregelt sind (übrigens nur in Österreich), ist das hinsichtlich eines Baugrunds nicht der Fall. Sie sollten also diese Kriterien beachten bzw. prüfen:

  • Beträgt die Mindestbreite 16 m?
  • Liegt die Längsachse in Nord-Süd-Richtung?
  • Liegt der Baugrund an einem ruhigen Ort? Ist es an ruhigen, wenig befahrenen Straße gelegen oder gibt es Lärm durch Autobahn, Schnellstraße oder Flugschneisen?
  • Befinden sich aktiv befahrene Zuggleise in der Nähe?
  • Darf neben/gegenüber Ihrem zukünftigen Haus ein Stiegenhaus, eine Disco, ein Gewerbebetrieb o.ä. errichtet werden (Lärmbelästigung)?
  • Ist der Baugrund eben oder hat er eine leichte Neigung? Liegt der Baugrund bei Hanglage in einem sicheren Bereich?
  • Entspricht der Baugrund den Bodenklassen 3 bis 5?
  • Falls die Nachbarparzellen bebaut sind: Wirken die Nachbarhäuser verwahrlost, baufällig usw.?
  • Ist der Grundwasserstand hoch (schlecht) oder tief (gut)?
  • Können Lawinen oder Muren über Ihren Baugrund nieder gehen?
  • Gab es in dem Baugebiet Hochwasser?
  • Liegen Hochspannungsleitungen in der Nähe oder Industriebetriebe, die bei Störfällen Schadstoffe emittieren?
  • Wie weit ist es zu öffentlichen Verkehrsmitteln?
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