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Kniestockhöhe Dachgeschoss

Drempel und Kniestock: Welche Höhe ist sinnvoll?

Clara Hoffmann
Aktualisiert am 17. Juli 2026
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Drempel und Kniestock bezeichnen dasselbe: die senkrechte Außenwand zwischen oberer Geschossdecke und Dachschräge. Ihre Höhe entscheidet darüber, wie viel nutzbare Wohnfläche unter dem Dach entsteht. Hier erfahren Sie nicht nur, wie Sie die passende Drempelhöhe festlegen, sondern auch worum es bei einer Drempelwand geht und wofür die Bezeichnung Abseitenwand steht.

Kniestock & Drempel: Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer Dachneigung von 45° gilt ein Kniestock (Drempel) von ca. 40–80 cm als bewährte Planungsfaustregel.

  • Nach § 4 WoFlV zählt Wohnfläche unter Dachschrägen abgestuft: unter 1 m gar nicht (0 %), zwischen 1 m und 2 m zu 50 %, ab 2 m Raumhöhe zu 100 %.

  • Zwei Höhengrenzen sind relevant: Nach WoFlV wird die Fläche erst ab 2 m Raumhöhe voll als Wohnfläche gezählt. Bauordnungsrechtlich verlangen die Landesbauordnungen für Aufenthaltsräume im Dachraum je nach Bundesland mindestens 2,20 m bis 2,30 m über mindestens der Hälfte der Grundfläche.

  • Der Bebauungsplan setzt die zulässige Kniestock- bzw. Traufhöhe fest — er kann sowohl Mindest- als auch Höchstmaße vorschreiben. Deshalb vor der Planung einsehen.

  • Kniestock nachträglich erhöhen ist teuer und aufwändig, besser gleich einplanen

  • Ein zu niedriger Drempel schmälert die anrechenbare Wohnfläche im Dachgeschoss und damit sowohl den Nutzwert im Alltag als auch den späteren Immobilienwert.

Was ist ein Drempel bzw. Kniestock?

Beide Begriffe werden für das senkrechte Wandstück, das sich zwischen der oberen Geschossdecke und der Dachtraufwand befindet, verwendet. Explizit handelt es sich um die Außenwand, die über der Rohdecke des letzten Geschosses eines Hauses erbaut wird. Ob Sie von einer Drempelwand oder von einer Kniestockwand sprechen, stellt fachlich keinen Unterschied dar. Beide Bezeichnungen sind richtig und werden für das gleiche Bauteil des Hauses verwendet.

Die meisten Häuser mit Dachschrägen haben eine Kniestockwand, die je nach Bauweise sehr niedrig oder höher ausfallen kann. Lediglich bei bis zur Rohdecke reichenden Dächern wird auf die Abseitenwand verzichtet, da das Dach in diesem Fall unmittelbar auf der letzten Geschossdecke aufliegt.

Wie berechnet man den Kniestock?

Im Neubau sollten Sie vorab überlegen, ob der Dachboden später zu Wohnzwecken oder zum Beispiel als Büro ausgebaut werden soll. In diesem Fall ist ein niedriger Dachbodenausbau ohne Drempelwand keine Lösung, da eine nachträgliche Erhöhung des Kniestocks kostenintensiv und schwierig ist.

Bei einer Dachneigung von 45° hat sich ein Kniestock (Drempel) von etwa 40 bis 80 cm als sinnvoller Planungsbereich etabliert. Diese Spanne ist keine normative Vorgabe, sondern eine bewährte architektonische Faustregel, die einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Raumnutzung, Wirtschaftlichkeit, Möblierbarkeit und Gebäudeproportionen bietet. Denn ein Kniestock von rund 40 cm ermöglicht bereits eine grundlegende Nutzung des Raums unter den Dachschrägen mit kleinen Möbeln und Einbauten, während 80 cm die Stellfläche und Wohnqualität deutlich verbessern. Ab etwa 1,0–1,2 m entsteht ein fast vollwertiges Obergeschoss, sofern der Bebauungsplan dies zulässt. Die tatsächlich anrechenbare Wohnfläche richtet sich zusätzlich nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV).

Bauherr Alex sagt zur idealen Kniestockhöhe (erlaubt im Bebauungsplan):

"1,50 Meter [...]. Dadurch hat man im Obergeschoss fast gar kein Schrägegefühl, obwohl die Schrägen da sind – aber das Raumgefühl ist durch den höheren Kniestock viel großzügiger."

Alex, hat ein KfW-40-Satteldachhaus in Stade gebaut

Die Berechnung überlassen Sie am besten einem Architekten, der den Bebauungsplan hinzuzieht und die Vorschriften daraus im Hausbau umsetzt. Damit Sie den Kniestock nicht erhöhen und nachträglich eine kostspielige Anhebung des Daches vornehmen brauchen, sollten Sie diese Berechnung der geplanten Wohnfläche im Dachgeschoss unmittelbar in der Bauplanung vornehmen lassen.

Tipp:

Je höher die Drempelwand ist, desto mehr Stell- und Wohnfläche schaffen Sie unter Ihrem Dach.

Was beeinflusst die Wahl der Drempelhöhe?

Zunächst sollten Sie festlegen, wie Sie das Dachgeschoss oder den Raum unter Ihrem Dach nutzen möchten. Soll der Raum zu Wohnzwecken dienen, ist ein höherer Kniestock ratsam. Dient er lediglich als Abstellraum, kann der Kniestock geringer gehalten werden. Ein sehr niedriger Dachbodenausbau schränkt die Nutzungsmöglichkeiten ein. Daher sollten Sie die Drempelhöhe nicht zu niedrig wählen oder gar auf eine Drempelwand verzichten. Auch wenn Sie den Kniestock erhöhen und das Dach nach oben versetzen lassen können, sind die Kosten und der Aufwand dieser baulichen Maßnahme nicht zu unterschätzen.

Eine niedrige Drempelhöhe kann nur auf zweierlei Art behoben werden.

  1. Sie erhöhen die Wand nachträglich.
  2. Sie ziehen an einer Wandseite eine Zwischenwand ein und schaffen auf diesem Weg Stellfläche.

Letztere Möglichkeit nimmt allerdings viel Raum und ist daher nicht die beste Lösung, wenn es um den Ausbau des Dachstuhls zu Wohnzwecken geht. Darüber hinaus wird die Wahl der Kniestockhöhe durch die Vorgaben im Bebauungsplan beeinflusst.

Wichtig:

Bei einer Dachneigung von rund 45° hat sich ein Kniestock von 40 bis 80 cm als bewährter Bereich für ein voll nutzbares Dachgeschoss etabliert. Je höher der Kniestock, desto weiter rücken die Dachschrägen nach außen, und desto größer wird sowohl die stellbare Möblierungsfläche als auch die nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV) voll anrechenbare Fläche mit mindestens 2 m lichter Höhe.

Neben der WoFlV ist bei einer geplanten Wohnnutzung auch die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes zu beachten: Für einen baurechtlich zulässigen Aufenthaltsraum im Dachgeschoss sind je nach Bundesland mindestens 2,20 bis 2,30 m lichte Höhe über mindestens der Hälfte der Grundfläche erforderlich.

Da eine nachträgliche Erhöhung des Kniestocks aufwendig und kostenintensiv ist, sollte die Höhe schon in der Planungsphase großzügig gewählt werden, im Rahmen dessen, was der Bebauungsplan zulässt.

Kniestock erhöhen: Wie geht das?

Grundsätzlich kann ein niedriger Dachbodenausbau im Nachhinein behoben werden. Wie Sie den Kniestock erhöhen und was Sie beachten sollten, zeigen wir Ihnen hier in einer kurzen Übersicht.

  1. Baugenehmigung einholen (vorab im Bebauungsplan wichtige Informationen zu Möglichkeiten einsehen)
  2. vorhandenes Dach abdecken, alten Dachstuhl entfernen oder ihn hydraulisch anheben
  3. Kniestockwand mauern und dämmen
  4. eingeplante Fenster in der Abseitenwand setzen
  5. Neubau oder Wiederaufsetzung des Dachstuhls
  6. Dach- und Dachstuhldämmung vornehmen
  7. Dach neu eindecken
  8. Außenwände verkleiden, verputzen und streichen
  9. Heizungsrohre und elektrische Leitungen verlegen
  10. Innendämmung und Wandverkleidung vornehmen
  11. Dachbodenausbau abschließen

Häufige Fragen zu Drempel und Kniestock:

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