Kleine Häuschen auf gestapelten Euro Münzen

Baustoffpreise steigen 2022 weiter an - Das sollten Bauherren wissen

Von Clara Flemming Am 25. Januar 2022

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Bauwillige in ganz Deutschland müssen sich auch im Jahr 2022 auf weitere Preissteigerungen beim Hausbau einstellen. Durch die anhaltende Corona-Pandemie kommt es immer wieder zu Lieferengpässen und Produktionseinschränkungen durch Handwerkerausfälle, was die Preise im Baugewerbe weiter nach oben treibt. Wir erklären, was beim Hausbau 2022 teurer wird und wie Sie sich am besten verhalten sollten.

Welche Baustoffe werden 2022 teurer?

War es zunächst der Rohstoff Holz, der bei der Preisentwicklung im Frühjahr 2021 den größten Anstieg unter den Baumaterialien verzeichnet hatte, so kamen nach und nach weitere Baustoffe hinzu. Beispielsweise haben sich die Preise für Betonstahl (in Stäben) bis zum Dezember 2021 innerhalb eines Jahres um 57,4 Prozent verteuert, Bitumen (aus Erdöl) um 42,4 Prozent (Quelle: Destatis - Statistisches Bundesamt). Ausschlaggebend für den starken Preisanstieg bei Materialien wie Stahl und Beton sind vor allem die höheren Kosten für Energie und Diesel, die für Herstellung und Transport der Baumaterialien benötigt werden. Ebenso wurden Kunststoffe und Dämmmaterial zunehmend teurer oder sind zeitweise nicht mehr erhältlich. Die Preise für Polymer Dämmstoffe sind zum Beispiel um 43,7 Prozent gestiegen.

Prozentuale Preisanstiege für Baustoffe und Gewerke innerhalb eines Jahres
Holzpreise pendeln sich wieder ein
Seit Herbst 2021 ist eine Stabilisierung der Holzpreise erkennbar. Zwar sind die Kosten für Bauholz kaum zurückgegangen, sie haben sich aber auf einem gerechtfertigten Niveau eingependelt. Zudem sind Versorgungsengpässe in der Bauwirtschaft rückläufig und Holz wieder gut verfügbar. Der Preisanstieg von Schnittholz betrug im Dezember verglichen zum Vorjahr 61,5 Prozent. Im Juni war Holz noch um 84,6 Prozent teurer.

Warum steigen die Baupreise?

Ein Hauptgrund ist die anhaltend hohe Nachfrage in der Bauindustrie. Durch andauernde Engpässe in den Lieferketten kam es auf vielen Baustellen zu Verzögerungen, die teilweise bis heute anhalten. Die Knappheit von Baumaterial führte zu einem Anstieg der Baupreise und belastete damit die Baukonjunktur. Trotz einer langsamen Beruhigung der Preisanstiege gegen Ende des letzten Jahres, rechnen Experten mit weiteren Erhöhungen bei Baustoffpreisen und Baukosten in 2022.

Neben Materialpreissteigerungen schnellen auch die Kosten für Handwerkerlöhne und Bauleistungen stark in die Höhe. Hinzu kommen lange Wartezeiten durch Ausfälle bei Arbeitern in der Baubranche, was sich wiederum negativ auf die Kosten für Bauleistungen auswirkt.

Was bedeutet das für Bauunternehmen?

Unternehmen im gesamten Baugewerbe haben mit gestiegenen Preisen zu kämpfen. Zunehmend müssen sie die höheren Baukosten auf Kunden umlegen, da sie es alleine nicht mehr ausgleichen können, so lautet die Einschätzung von Tim-Oliver Müller, Geschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie. Bei bereits abgeschlossenen Verträgen mussten Bauunternehmen Verluste durch Preiserhöhungen selbst tragen. Ausnahme sind Verträge mit Stoffpreisgleitung, bei denen Materialpreisentwiklungen berücksichtigt werden.

Welche Auswirkung hat das auf die Hauspreise?

Höhere Materialkosten hinterlassen bei den Hauspreisen zunehmend ihre Spuren. Viele Hausanbieter haben zunächst versucht, steigende Ausgaben für Baustoffe nicht auf ihre Kunden umzulegen. Mittlerweile sehen sie sich jedoch dazu gezwungen, die Preise ihrer Häuser anzuheben.

Ein Neubau in Massivbauweise kostete im August 2021 bereits 12,6 Prozent mehr verglichen zum Vorjahresmonat (Quelle: Statistisches Bundesamt). Selbst ohne Berücksichtigung der Mehrwertsteuersenkung in der zweiten Jahreshälfte 2020 läge der Unterschied bei 9,7 Prozent. Die Preise für Fertighäuser sind ähnlich stark angestiegen, sodass Bauherren im Schnitt 30.000 bis 75.000 Euro mehr zahlen müssen im Vergleich zum Herbst 2020.

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Die allgemeine Immobilienpreisentwicklung innerhalb der letzten 10 Jahre ist durch ein starkes Wachstum gekennzeichnet. Die Preise für Wohneigentum (Eigentumswohnung, Ein- und Zweifamilienhaus) sind laut statistischem Bundesamt zwischen 2010 und 2020 um 65 Prozent teurer geworden. Dies ist der höchste Anstieg innerhalb eines Jahres seit 1970.

Wie lange wird es noch einen Preisanstieg im Baugewerbe geben?
Prognosen für die Bauwirtschaft gehen davon aus, dass 2022 mit weiteren Preiserhöhungen für Rohstoffe und Baukosten zu rechnen sei, solange Lieferschwierigkeiten und Materialknappheit bestehen bleiben. Ob Bauholz und Betonstahl davon wieder im großen Ausmaß betroffen sein werden, ist noch unklar. Jedoch ist davon auszugehen, dass China und die USA vermehrt Holz aus Deutschland beziehen werden, was die Preise erneut steigen lassen kann.

Was sollten Bauherren jetzt tun?

Wie viele Bauwillige werden Sie sich fragen, ob ein Neubau im Jahr 2022 sinnvoll ist. Steigende Preise schrecken im ersten Moment ab. Experten raten jedoch, nicht auf einen Rückgang der Preise zu warten. Eine “Preiserholung” ist zwar nicht auszuschließen, aber die Baupreis Prognose für 2022 und folgende Jahre erahnt eher das Gegenteilige. Grund dafür sind vorrangig die anhaltende Pandemie sowie weitere Lieferengpässe und Knappheit von Materialien. Selbst wenn in der Zukunft Baukosten wieder sinken sollten, werden sie erfahrungsgemäß kaum auf das Niveau von vor 2 Jahren fallen.

Stehen Sie gerade vor der Entscheidung ein Haus zu bauen, empfiehlt es sich, schnell zu handeln, um weiteren Preissteigerungen aus dem Weg zu gehen. Wenn Sie zeitnah einen Bau- oder Werkvertrag mit Festpreisgarantie abschließen, sind Sie auf der sicheren Seite. Der von vielen Hausbaufirmen angebotene Festpreis bedeutet, dass der Hausbau nicht teurer als vereinbart werden darf, selbst wenn es zu Anstiegen bei Baustoffpreisen und Lohnkosten kommen sollte.

Hausbau aus einer Hand für mehr preisliche Sicherheit
Bauunternehmen, die alle Bauleistungen aus einer Hand anbieten, sind für die Koordination und korrekte Ausführung aller Gewerke verantwortlich. Demnach stehen sie auch in der Verantwortung, wenn es zu Lieferengpässen und Bauverzögerungen kommt und tragen das Risiko von Preissteigerungen und Inflationen. Wenn Sie hingegen als Bauherr alle Gewerke selbst organisieren, liegt die Koordination in Ihren Händen. In diesem Fall müssen Sie eigenständig Lösungen finden und für etwaige Verluste durch Materialpreissteigerungen aufkommen.

Fazit

Unsere Empfehlung: Bauen Sie zeitnah mit einem Full-Service-Anbieter und hoffen Sie nicht auf Preisrückgänge. Die Vergangenheit zeigt, dass gestiegene Preise in der Bauindustrie in der Regel nicht zurückgehen. Je eher Sie sich einen Festpreis bei einer Baufirma sichern, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, von weiteren Preisanstiegen verschont zu bleiben. Vergleichen Sie Angebote mehrerer Anbieter, um den für Sie passendsten Bauvertrag zum günstigsten Preis abzuschließen.


Artikel wurde erstmals am 16.12.2021 veröffentlicht und am 25.01.2022 aktualisiert.

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