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Kfw-55 Förderung 2025 Neuauflage - Grafik

KfW-55-Förderung: Bundesregierung verlängert Antragsfrist bis Ende 2026

Dr. Aviva Köberlein
Aktualisiert am 19. Oktober 2026
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Die Bundesregierung stockt die Mittel für die befristete KfW-55-Förderung (EH55) innerhalb des KfW-Programms „Klimafreundlicher Neubau" (KFN) auf. Denn wegen der hohen Nachfrage wäre das eingeplante Budget von 800 Millionen Euro voraussichtlich vor Jahresende aufgebraucht gewesen. Das teilte das Bundesbauministerium (BMWSB) am 9. Oktober 2026 mit. Anträge für Neubau und Ersterwerb im Effizienzhaus-55-Standard sind weiterhin bis spätestens 31. Dezember 2026 möglich.

KfW-55-Förderung beim Neubau: Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bund stellt zusätzliches Geld für die EH55-Plus-Förderung bereit (BMWSB, 9. Oktober 2026). Wie viel, nennt das Ministerium nicht.

  • Ohne Aufstockung wären die ursprünglich geplanten 800 Millionen Euro vermutlich vor Jahresende ausgeschöpft gewesen.

  • Bis zum 5. Oktober 2026 wurden rund 52.100 Wohneinheiten mit rund 4,9 Milliarden Euro Kredit- und Zuschussvolumen gefördert.

  • Die Frist bleibt unverändert: Der Antrag muss spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen. Sind die Mittel früher verbraucht, endet die Förderung früher.

  • Gefördert wird mit einem zinsverbilligten Kredit von bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

  • Effektivzins ab 1,00 % je nach Laufzeit (Stand Oktober 2026)

  • Neu seit 30. Juli 2026: Bau- und Leistungsverträge dürfen schon vor dem Antrag unterschrieben werden. Bedingung: Vor der Unterschrift muss ein dokumentiertes Beratungsgespräch stattgefunden haben.

Warum stockt der Bund die KfW-55-Förderung auf?

Das BMWSB begründet den Schritt mit der Nachfrage, die nach Angaben des Ministeriums in den vergangenen Monaten spürbar gestiegen ist. So flossen seit dem Programmstart im Dezember 2025 rund 4,9 Milliarden Euro in rund 52.100 Wohneinheiten (Stand: 5. Oktober 2026). Das eingeplante Budget von 800 Millionen Euro hätte deshalb aller Wahrscheinlichkeit nicht bis zum Jahresende gereicht.

Die Förderung soll den sogenannten Bauüberhang abbauen. Gemeint sind Wohnungen, die genehmigt, aber noch nicht gebaut sind. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) wandte sich am 9. Oktober 2026 direkt an diese Gruppe von Bauherrinnen und Bauherren: „Wer eine Baugenehmigung in der Tasche hat, kann weiter darauf setzen.”

Die EH55-Förderstufe wurde im Dezember 2025 als befristete Ergänzung innerhalb des KFN-Programms eingeführt. Sie richtet sich an einen klar abgegrenzten Kreis von Bauvorhaben und sollte ursprünglich nur bis Ende Juni 2026 zur Verfügung stehen. Bei der Fristverlängerung im Juni 2026 hatte das BMWSB noch keine zusätzlichen Mittel angekündigt.

Hinweis:

Die Verlängerung bedeutet keine Neuauflage der früheren KfW-55-Förderung. Sie betrifft ausschließlich die bereits bestehende, befristete EH55-Förderstufe innerhalb des Programms „Klimafreundlicher Neubau". Weder die technischen Anforderungen noch der Kreis der Förderberechtigten werden erweitert.

Was hat sich bei der KfW-55-Förderung seit dem Start geändert?

  • 16.12.2025 Start der befristeten EH55-Stufe in den KfW-Programmen 297/298 und 299 (Hausbankenmitteilung SIKB 81/2025)
  • 30.06.2026 Ursprünglich geplantes Förderende
  • Juni 2026 Verlängerung bis 31.12.2026 (KfW)
  • 30.07.2026 Neue Regel zum Vorhabenbeginn: Leistungsverträge sind vor dem Antrag erlaubt, wenn vorher ein dokumentiertes Beratungsgespräch stattfand (SIKB 64/2026)
  • 09.10.2026 Aufstockung der Fördermittel (BMWSB)

Grundlage ist das Gesetz zur befristeten Förderung einer Aktivierung des Bauüberhangs (ABüFöG) vom 20. Juli 2026, das am 24. Juli in Kraft trat. Die KfW setzt die Regel seit dem 30. Juli 2026 um. Das Gesetz gilt nur bis zum 31. Dezember 2026.

Welche Voraussetzungen müssen für die aktuelle KfW-55-Förderung erfüllt werden?

Laut BMWSB und den KfW-Programmbedingungen gilt:

  • Baugenehmigung: Sie muss bei Antragstellung vorliegen. Bei genehmigungsfreien Bauvorhaben muss die Baubehörde informiert sein, und mit dem Bau darf begonnen werden.
  • Effizienzhaus 55: Das Gebäude muss den Effizienzhaus-55-Standard nach den technischen Mindestanforderungen der KfW erreichen.
  • Heizung: Die Wärme muss zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen. Fossile Wärmeerzeuger sind ausgeschlossen.
  • Antrag vor Vorhabenbeginn: Maßgeblich ist der Eingang bei der KfW, nicht bei der Hausbank.
  • Verträge erst ab dem 16.12.2025: Liefer-, Leistungs- und Kaufverträge dürfen frühestens an diesem Tag geschlossen worden sein.
  • Ausnahme seit 30.07.2026: Ein Leistungsvertrag, etwa der Bauvertrag mit dem Hausanbieter, darf schon vor dem Antrag unterschrieben werden. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch zur Förderung vor der Unterschrift, dokumentiert auf KfW-Formular 600 000 4806. Der Antrag muss dann vor Beginn der Bauarbeiten vor Ort eingehen (SIKB 64/2026).
  • Kein Vorab-Vertrag beim Kauf: Kauf- und Bauträgerverträge fallen nicht unter die Ausnahme. Beim Ersterwerb gilt der Kaufvertrag als Vorhabenbeginn.
  • Energieeffizienz-Expertin oder -Experte: Sie erstellen vor dem Antrag die „Bestätigung zum Antrag” (BzA).

Wie läuft der Antrag auf die KfW-55-Neubauförderung ab?

  1. Sie führen ein Beratungsgespräch mit Ihrer Hausbank oder Ihrer Finanzierungsvermittlung und lassen es dokumentieren. Das ist besonders wichtig, wenn Sie den Bauvertrag vor dem Antrag unterschreiben wollen.
  2. Eine Energieeffizienz-Expertin oder ein -Experte prüft die Planung und erstellt die „Bestätigung zum Antrag”.
  3. Ihr Finanzierungspartner reicht den Antrag bei der KfW ein. Die Förderbedingungen werden am Tag der Antragstellung festgelegt.
  4. Der Kredit wird je nach Baufortschritt über die Hausbank ausgezahlt.
  5. Nach Fertigstellung bestätigt die Expertin oder der Experte die Umsetzung mit der „Bestätigung nach Durchführung” (BnD).

Wer kann die KfW-55-Förderung nutzen?

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, die selbst einziehen oder vermieten, sowie Unternehmen, Wohnungsgenossenschaften und andere Investoren. Gefördert werden Neubau und Ersterwerb von Wohngebäuden und Eigentumswohnungen. Über Programm 299 sind auch Nichtwohngebäude förderfähig. Kommunale Gebietskörperschaften können laut BMWSB zusätzlich einen Zuschuss von 7,5 Prozent direkt bei der KfW beantragen.

Beachten Sie: Da die EH-55-Förderung als befristetes Sonderprogramm aufgelegt wurde, werden Fördermittel nur im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel vergeben. Daher liegt es nahe, den Antrag frühzeitig und vollständig einzureichen.

Was bedeutet die Aufstockung für Baufamilien?

Wer eine Baugenehmigung hat und ein Effizienzhaus 55 mit Wärmepumpe oder einer anderen erneuerbaren Heizung plant, hat jetzt mehr Planungssicherheit. Denn die Gefahr, dass das Programm im Herbst plötzlich schließt, ist geringer. Ausgeschlossen ist sie aber nicht, weil auch die neuen Mittel begrenzt sind. Wer eine Finanzierung plant, sollte deshalb frühzeitig mit seiner Bank oder seinem Finanzierungspartner sprechen und die Antragsunterlagen vollständig vorbereiten.

Für Massiv- und Fertighaus-Baufamilien zählt vor allem die Regel vom 30. Juli, da der Bauvertrag mit dem Hausanbieter in der Regel ein Leistungsvertrag ist. Er darf vor dem KfW-Antrag unterschrieben werden, wenn vorher ein dokumentiertes Beratungsgespräch stattgefunden hat. Ohne dieses Gespräch kann die Unterschrift die Förderung kosten. Klären Sie den Ablauf deshalb vor der Vertragsunterzeichnung mit Ihrer Bank.

Wie viel Haus Sie sich mit dem Förderkredit leisten können, zeigt unsere Budgethilfe. Passende Effizienzhaus-Anbieter in Ihrer Nähe finden Sie im dann mithilfe des Hausbau-Assistenten.

Wie geht es mit der KfW-55-Förderung weiter?

Anträge müssen spätestens am 31. Dezember 2026 bei der KfW eingehen. Eine Verlängerung über das Jahresende hinaus hat das BMWSB nicht angekündigt. Wie viel Geld nach der Aufstockung noch zur Verfügung steht, ist nicht öffentlich bekannt.

KfW-55-Kredit: Häufige Fragen

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